District
Kunst- und Kulturförderung

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ổn định động.
Mobile Academy Hà Nội Hội An Sài Gòn Bá Linh

03 Jul 2013 - 04 Jul 2013


Mit Bui Kim-Dinh (Archäologin, Kuratorin, Berlin), Bui Thanh Hieu (Autor, Aktivist, Blogger, Hanoi/ Weimar), Pham Thi Hoai (Autorin, Bloggerin, Berlin), Susanne Husse (Kuratorin District, Berlin), Tran Luong (Künstler, Hanoi), Tri Minh (Künstler, Direktor Hanoi Sound Stuff, Hanoi), Veronika Raludovic (Küntslerin, Berlin), Simon Starling (Künstler, Kopenhagen/ Berlin), Veronika Witte (Künstlerin Berlin)

und Khaled Barakeh, Benedikte Bjerre, Elisa Caldana, Clementine Coupau, Jas Domicz, Adam Fearon, Andrew de Freitas, Daniel Jacoby, Rasmus Johannsen, Vytautas Jurevicius, Patrick Keaveney, Ellen Yeon Kim, Yuki Kishino, Martin Kohout, Thuy-Han Nguyen-Chi, Filippa Pettersson, Mahsa Saloor, Franziska von Stenglin, Jol Thomson, Raphaela Vogel, Jasmin Werner der Klasse Simon Starling. 

 

Die Mobile Akademie ist ein beweglicher Ort der Wissensproduktion und der Ausnahme, gegründet von den Kunststudent_innen der Klasse des britischen Künstlers Simon Starling. Nach ihren ersten Stationen in Hà Ni, Hi An und Sài Gòn gastiert die Mobile Akademie in Zusammenarbeit mit District nun in Bá Linh mit dem zweitägigen Symposion n định động. Im Lichtenberger Dong Xuan Center (3. Juli) und zeitgleich mit der Ausstellungseröffnung des vietnamesischen Künstlers Tran Luong bei District in Tempelhof (4. Juli) eröffnet das künstlerische Symposion ungewöhnliche Formate des Lernens von und über Vietnam in Berlin. Im Zwischenraum der Narrativen aus verschiedenen Heimaten verknüpft n định động zeitgenössische Berichte aus Vietnam mit künstlerischen Reflexionen von Kultur und Alltag der vietnamesischen Diaspora(s) in Berlin.

Der Titel n định động, zu Deutsch bewegliche Festigkeit oder Stabilität aus der Bewegung, entstammt dem Nachdenken des berühmten Poeten Lê Đạt, Mitglied der Dissidentenbewegung Nhân Văn-Giai Phẩm (1956-58), über die philosophischen Konsequenzen der in der Quantenphysik zugrunde gelegte „Unschärferelation“. Er interpretierte die von Heisenberg entwickelte Theorie als Anstoß zur Überwindung tradierter Antagonismen einer deterministischen Weltsicht. Davon ausgehend formuliert er die Position des n định động als einen möglichen Ausweg aus den starren Dichotomien herrschender Weltanschauungen und Wissenschaftsauffassungen. „Denker_innen müssen Tanzen lernen“: Mit der von ihm vorgeschlagenen „dritten Position“ beschreibt er die Verkörperung einer neuen Logik. Ähnlich wie der Kulturtheoretiker Sarat Maharaj, der über das Ringen um gemeinsame Bedeutungen als einen Prozess verschiedener Aggregatzustände spricht, der nur beginnen kann, wenn die eigenen geistigen Rahmenbedingungen zu schmelzen anfangen, versteht Lê Đạt n định động als einen Zustand der gespannten Leichtigkeit, die aus der Anerkennung und der beweglichen Zusammenkunft mit der/des Anderen hervor geht.

Die Mobile Akademie widmet sich dem Prinzip des n định động als Versuch einer geistigen Haltung, als Frage der Raumkonstruktion sowie einer Form kollaborativer Wissensproduktion. Die Zeltarchitektur dieses Lernortes wurde in Zusammenarbeit mit Architekt_innen und Handwerkern in Hòa Bình nahe Hà Ni aus einer Kombination aus traditioneller Bambusbauweise und dem Architekturprinzip der Tensegrity, einem Stabwerk das durch Zugspannung zusammen gehalten wird, entwickelt. Auf der Reise der Mobilen Akademie vom Norden in den Süden Vietnams im April und Mai 2013 wurden jeweils lokale Expert_innen der Kultur, Geschichte, Politik und des Alltags eingeladen in dieses Zelt, ihre Erfahrungen, Arbeits- und Denkweisen miteinander und mit den Student_innen, Gästen und Nachbar_innen zu teilen. Inspiriert davon und parallel dazu sind individuelle wie kollaborative Werke, darunter Filme, Graffitis, Performances, Fotografien, Texte und Zeichnungen der Student_innen u.a. in  Zusammenarbeit mit lokalen Künstler_innen entstanden, die nun in Berlin präsentiert werden. 

Im Dong Xuan Center und bei District fungiert das Zelt gleichzeitig als materielles „Gedächtnis“ des in Vietnam gesammelten Wissens, als Display der dort entstandenen Werke und als mobiler Diskurs-,  Bühnen- und Gemeinschaftsraum. Durch das n định động Symposion werden Anlässe geschaffen, interkulturelles Wissen zu produzieren und zu vermitteln. Vorträge, Konzerte, Filmpräsentationen, Performances, Videoscreenings, Diskussionen und Workshops bieten vielfältige Ansatzpunkte für die Auseinandersetzung mit der ebenso interessanten wie komplexen Aktualität und Geschichte Vietnams und der vietnamesischen Diaspora(s) als Teil der Berliner Stadtgesellschaft.

 

3. Juli 2013: DONG XUAN CENTER

17.00 Uhr – WORKSHOP
Über die Kunst der 90er Jahre in Vietnam und ihre Pioniere. Von Dokumenten und Erfahrungen zum Buch: Ein Zwischenstand
Veronika Raludovic, Künstlerin (Berlin).
Workshop mit Voranmeldung bis 1.7.2013

18.30 Uhr – PERFORMANCE
Radical banana leaves
Vytautas Jurevicius, KS

18.45 Uhr – SOUND PERFORMANCE
Hanoi Soundscape: Chợ Đồng Xuân.
Tri Minh, Künstler (Hanoi)

19.45 Uhr – PUBLICATION*
Ổn Định Động Post-Vietnam Sensation Discourse.
Elisa Caldana, Clémentine Coupau, Daniel Jacoby, Ellen Yeon Kim, Mahsa Saloor, Jasmin Werner, KS

20.45 Uhr – GESPRÄCH
Vietnamesisch Online. Sprache und Politik.
Mit Pham Thi Hoai, Autorin, Bloggerin (Berlin)

22.00 Uhr – FILM
Last Resort
16mm film with digital transfer, 10 min, 2013.
Andrew de Freitas, KS

22.30 Uhr – VORTRAG*
From color coded music to electronic music as a voice in civil society.
Tri Minh, Direktor Hanoi Sound Stuff Festival (Hanoi)

23.00 Uhr – PERFORMANCE
Resonant Schumann Terrainism.
Jol ThomsonKS

23.30 Uhr – PERFORMANCE
xxxb.
Raphaela Vogel, KS


4. Juli 2013: DISTRICT

17.00 Uhr – GESPRÄCH
“I and I”, Konstrukte von Identitäten und Inseln. Über zwei Werke aus Vietnam.Veronika Witte, Künstlerin (Berlin)


18.15 Uhr – PERFORMANCE
Radical banana leaves
Vytautas Jurevicius, KS

18.45 Uhr – GESPRÄCH
Über Extreme Merkwürdigkeiten im großen Land der Vê
Mit Bui Thanh Hieu, Autor, Aktivist, Blogger, mod. von Bui Kim Dinh, Archäologin, Kuratorin (Berlin)

20.00 Uhr – PERFORMANCE
Lập Lòe. 
Tran Luong, Künstler (Hanoi) 

21.00 Uhr – PRÄSENTATION*
Ổn Định Động
Thuy-Han Nguyen-Chi, KS

21.30 Uhr – VIDEO*
International Tent Crisis 2013
Video, 18 min, Hanoi, Hoi An, Saigon 2013.
Yuki Kishino, Raphaela Vogel, Thuy-Han Nguyen Chi, Khaled Barakeh, Andrew de Freitas, KS

22.00 Uhr – VIDEO (Simon Starling) UND GESPRÄCH*
Swallowing Geography, a conversation.
Simon Starling, Künstler (Kopenhagen), Tran Luong, Künstler (Hanoi) moderiert von Susanne Husse, Kuratorin District (Berlin)

23.45 Uhr – PERFORMANCE
xxxb.
Raphaela Vogel, KS



KS = Klasse Simon Starling, Städelschule
* = in englischer Sprache

 

Ein Projekt von District und der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste Städelschule, Frankfurt