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Kunst- und Kulturförderung

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dissident desire

CHAPTER 1: EXERCISES OF CRITICAL BODYBUILDING

Melanie Bonajo, Alicia Frankovich, Núria Güell, Emma Haugh, Dafna Maimon, Libia Castro & Ólafur Ólafson, Johannes Paul Raether, REINIGUNGSGESELLSCHAFT, Miryana Todorova.

25 Okt 2013 - 07 Dez 2013

Ausstellung geöffnet: Dienstag bis Samstag 14 bis 18 Uhr. 

Mit Melanie Bonajo, Alicia Frankovich, Núria Güell, Emma Haugh, Dafna Maimon, Libia Castro & Ólafur Ólafson, Johannes Paul Raether, REINIGUNGSGESELLSCHAFT, Miryana Todorova.

Ein Projekt von Susanne Husse und Lorenzo Sandoval.


"I’m the platform that makes possible the materialization of political imagination."
 (Beatriz Preciado, Testo Yonki)

 

Exercises of Critical Body Building ist ein Ausstellungs- und Performanceprojekt, das im Rahmen des kulturellen Forschungszusammenhangs von dissident desire einen Proberaum für körperbasierte Wissensproduktion und unkonforme Handlungsmodelle öffnet. Das erste dissident desire Kapitel vereint künstlerische Ideen, die den Körper als molekulares Archiv technologischer, ideologischer und ökonomischer Flussgrößen befragen und im alltäglichen Zwischenraum von Prekarität und Begehren Formen politischer Subjektivität aufzeichnen und aktivieren.

 

PROGRAMM

24. Oktober Eröffnung

19:00 – 20:30 h The Potent Self: a study of spontaneity, compulsion and resistance, Begegnungen von Alicia Frankovich

20:30 h How to expropriate money from the banks?                    Konferenz von Nuría Güell mit Enric Duran (Aktivist, Bankräuber und Mitglied der Integral Catalan Cooperative)*

 

2. + 3. November, 11:30 – 17:00 h

Physical Education: Exercises in Embodying Discourse                  Workshop - Reading Troupe,01* von Emma Haugh (Für max. 10 Teilnehmer_innen, Anmeldung bis 28.10.2013 unter post@district-berlin.com) 

 

21. November

18:00 h Expanded Objects for Shared Living: A Procession          Performance von Miryana Todorova 

 19.30 h Transformella Institut Reproduktiver Zukünfte               Workshop* von Johannes Paul Raether 

 21:00 h MΔTRIX BOTΔNiCΔ: Biosphere Above Nations              Performance von Melanie Bonajo

 

7. December

17:00 h The Potent Self: a study of spontaneity, compulsion and resistance  Workshop von Alicia Frankovich mit Christiane Lillge (Feldenkraislehrerin) (Für max. 25 Teilnehmer_innen, Anmeldung unter post@district-berlin.com) 

19:00 h The Potent Self: a study of spontaneity, compulsion and resistance  Demonstration von Alicia Frankovich with Dr. med. Robert Margerie (Facharzt für Innere Medizin, Sportmedizin und Rettungsmedizin) 

20:00 h Physical Education: Exercises in Embodying Discourse     Workshop -  Reading Troupe, 02* von Emma Haugh 

21:00 h The She The Same Performance von Dafna Maimon mit John John und Dramachandran

*Veranstaltungen in Englischer Sprache

 

Mit dem Ziel, den Körper ins Zentrum gesellschaftlicher Diskussionen zu rücken, durchquert dissident desire Diskurse und Praktiken, in denen der Körper als politisches Schlachtfeld artikuliert wird und macht sich auf die Suche nach Methoden, die außerhalb des Akademischen in Bereichen informeller, situierter Expertise entstehen. Innerhalb dieses Projekts werden proaktive wie widerständige Vorschläge und Thesen aufgezeigt und formuliert, welche die infrastrukturelle Produktion, Organisation und Normalisierung gegenwärtiger Körperkonzepte und die damit zusammenhängende Anpassung des Begehrens unterbrechen. 
Um diese Gegenwärtigkeit des Körpers zu artikulieren, wird im Rahmen von dissident desire mit dem Begriff des unerwarteten Wissens umgegangen: Auf der Suche nach Widersetzungen und kritischen »Vorhergehensweisen« im Sinne Michel de Certeaus, an Orten wo diese nicht zu erwarten sind, aktiviert dissident desire eine Bewegung des Übergangs: Wie kann situiertes Wissen über zeitgenössische Techniken der Körperproduktion zu einer herausfordernden Kraft werden, die Gegen-Narrative zu unserer bio-politischen Verfasstheit entwirft?
Die innerhalb dieses Kontexts präsentierten künstlerischen Projekte formen eine Galaxie von dissidenten Ideenbildern, die sich ausgehend von sehr unterschiedlichen Perspektiven in sich verknüpfende Fragestellungen ausdehnen. Übertragen wird ein Spektrum von Themen, das von der informeller Kartographisierung urbaner Transformationsprozesse (Reinigungsgesellschaft) zur Überwindung unseres Dominanzverhältnisses gegenüber der Natur (M. Bonajo); von einer Studie physischer Verbesserungsstrategien/ Trainings/ Behandlungen und dem darin aufscheinenden Körperwissen (A. Frankovich) zur Beziehung von Begehren, Besitz und der mentalen Ausdehnung der Körpers (D. Maimon); von der Verkörperung kolabierender Infrastruktur, die unerwartete Solidarität generiert (M. Todorova) zur Verlagerung von Ideen innerhalb der Sinne und in Bewegungen (E. Haugh) oder zur Verwobenheit von öffentlichem Raum und der Artikulation der Menschenrechte L. Castro & Ó. Ólafson); und schließlich von reproduktiven Technologien futuristischer Ausbeutung (J.P. Raether) zu einem Masterplan über die Zwangsenteignung von Banken (N. Güell) reicht.
Das dissident desire Kapitel 1 versucht, einen Beitrag zu den gegenwärtigen Debatten um Prekarität zu leisten in dem es einen Raum schafft, in welchem das Potential verkörperter Archive, die somatheque, wie die Philosophin Beatriz Preciado sie nennt, im innerhalb ihrer Verankerung in biographische Bewegungen und im Bezug auf ihre Funnktion als primäre, gesellschaftliche Infrastrukturen untersucht und nachempfunden werden kann. 


Zu dissident desire erscheint nach Abschluss von Kapitel 0: Introducing Daydreams of Precarious Bodies, Kapitel 1: Exercises of Critical Bodybuildung und Kapitel 2: Terrain of Threshold Voices eine Publikation.