I was told I chop wood like a ballet dancer

— 30/04/2018

Freja Bäckman, I was told I chop wood like a ballet dancer, 2018, Photo: Tatiana Lozano

(ca. Session #20)

Freja Bäckman

Concert

30.04.2017
20 h

They call it work. They find a common rhythm. They work (it) out. They take time to do this. They wonder if it is pr-oduction. They know the rules. They say it’s violent. They find them selves in stagnation. They a- scape. They are not revealing what is invisible. They know their abilities. They call it a repetitive motion. They make the rules. They say it does matter what stories they tell.

I was told I chop wood like a ballet dancer ist eine Werkreihe, die aus kollektiver Anstrengung erwächst. In Anlehnung an die etymologische Herkunft des Wortes Konzert – gegen etwas ankämpfen, sich im Streit befinden (mit), aber Übereinkunft in einer gemeinsamen Handlung, zusammenwirken – findet IwtIcwlabd bei District als Konzert in Form einer Performance und in einer Installation statt.

Konzertiert handelnd erzeugen drei Figuren, die Holz hacken, und fünf E-Bass-Spieler*innen, Gegen- und Zusammenklänge. Der Raum antwortet mit langsam in die Dunkelheit schwindendem Licht, mit Farben, transluziden Porositäten, sanften Bewegungen in Stoffen und Texturen, und Orten für Ruhe, zum Zuhören, Fühlen und Imaginieren. Der Raum verlockt zum Murmeln, zum Schweigen, zu Herzschlägen und Vergnügen, er entfremdet, stößt ab vielleicht, eröffnet Möglichkeiten, Zeit zu verbringen und zu träumen.

The Athsheans did sleep – the colonist’s opinion, as often, ignored observable fact – but their psychological low was between noon and four p.m., whereas the Terrans it is usually between two and five a.m.; and they have a double-peak cycle of high temperature and high activity, coming in the two twilights, dawn and evening. […]; so if one discounted both their naps and their dreaming-states as „laziness“, one might say they never slept. It was much easier to say that than to say what they actually did do. – Ursula K. Le Guin

IwtIcwlabd wurde in öffentlichen Workshops bei District im Sommer 2017 und im Laufe von Sessions mit einer Gruppe von Bassist*innen entwickelt. Ausgehend von diesen gemeinsamen Momenten wurde das Schreiben der Partitur zur Reflexion darüber, wie Arbeit nie alleine stattfindet, auf welche Geschichten wir zurückgreifen und welche Welten wir mit-bewohnen. Das Holzhacken – und die Gewalt oder der Widerstand in dieser Handlung – wurde im Zusammenhang mit Begriffen und Erfahrungen von Verletzlichkeit, Lust und Abscheu erprobt, hin zu einer allgemeineren Auseinandersetzung mit Begegnungen mit Widerstand.

Konzert
30. April 2018, 20 h

Am Bass
Cash Hauke, Freja Bäckman, Mitchelle Betancourt, Verónica Mota, Wassan Ali

Holz hackend
Hanna Maria Bergfors, Henna Räsänen, Winnie Olbrich

Im Anschluss Feuer und Grillen sowie
ab 22.30 h
Tanzen zu
DJ Bianca Kruk

Die Installation IwtIcwlabd bei District pflegt, beherbergt und regeneriert sich durch weitere Begegnungen und Träume:
Das während der Probenzeit gehackte Holz erhitzt das queere Dampfbad, das während Emma Haughs Workshop Night Sweats (The Re-appropriation of Sensuality) im Dialog mit IwtIcwlabd und als Teil des Projektes Caring for Conflict am 7. April entstanden ist. Ebendieses Dampfbad dient den Performer*innen als Regenerations- und Entspannungsort.

An den Abenden des 20. und 21 April findet das öffentliche Programm des Research Summit des Projektes D’EST. A Multi-Curatorial Online Platform for Video Art from the Former ‘East’ and ‘West’ in der Installation von IwtIcwlabd statt.

Kostüme
Corinna Helenelund, Liisa Pesonen

Ton
Lola Tseytlin / Sound Systers

Licht
Wassan Ali

Videoteam (vor der Performance)
Elis Hannikainen (Kamera), Manuela Schininá (Sound)

District Team
Andrea C. Keppler (Produktion und Kuratorische Mitarbeit), Anka Mirkin & Ryan Mason-Bevan (Technische Unterstützung), Emma Haugh (Night Sweats), Johanna Ekenhorst (Kommunikation), Nino Halka (Wissen), Shanika Perera (Kuratorische Assistenz), Suza Husse (Künstlerische Leitung)

Ein Projekt von Freja Bäckman bei District Berlin. Mit freundlicher Unterstützung durch Arts Promotion Centre Finland, Swedish Cultural Foundation in Finland, Kone Foundation, BEK – Bergen Centre for Electronic Arts und Cine Plus.

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