QuaRANTine Choir

02/06/2020 — 25/08/2020

Eine Serie von Audio-Performances für Mobiltelefone

mit Nora Turato, Moriah Evans, Felicia Atkinson, Rosaceae, Leyla Yenirce, Astrit Ismaili, Hanne Lippard, Nguyễn + Transitory, und weitere

Neuer Track jeden Dienstag 18 h (CET), Beginn 2. Juni 2020 bis open end

Ort: Soundcloud

QuaRANTine Choir ist eine wachsende Sammlung an neu produzierten Audioarbeiten von einer Gruppe internationaler Künstler*innen aus verschiedenen Bereichen. Motiviert von feministischen und queeren Perspektiven, widmen sie sich dem “rant” (dt. Schimpftirade, Wortschwall, Wutrede) als künstlerisches Format. Wir verstehen die Serie als einen verstreuten und dennoch kollektiven Chor, der nur zeitlich und räumlich voneinander verschoben ist. Jede*r Künstler*in nimmt den vorherigen Rant als Ausgangspunkt und fügt so dem QuaRANTine Choir eine neue Stimme hinzu.

Für das digitale Community und Audioprojekt QuaRANTine Choir laden wir mindestens 10 Künstler*innen und Musiker*innen ein, mit den Begriffen ranting und queer/feministischem Lärm zu experimentieren und daraus eine kurze Audio-Performance zu entwickeln. Als Aufnahmegerät dient ihr Mobiltelefon oder alternatives mobiles Endgerät. Da jeder Rant zum*r jeweils folgenden Künstler*in als Ausgangsmaterial geschickt wird, ist die Serie auch eine Art verlangsamte künstlerische Kettenreaktion.

Beginnend am Dienstag, den 2. Juni 2020, wird wöchentlich eine neue Episode der Serie auf Soundcloud veröffentlicht.

Rant #1: Nora Turato
Die erste Audio Performance ist von Nora Turato, eine Künstlerin mit Wohnsitz in Amsterdam, die in ihren Performances eine Kakofonie von Stimmen sowie eine Mischung aus Quellenmaterialien miteinander verschmilzt und dabei versucht, vorgefasste Ideen von Femininität zu demontieren. Unaufhörlich fordert die Künstlerin Nora Turato in ihren Performances “ein fast unsinniges Begehren danach, in der Öffentlichkeit zu laut, zu viel, instabil und möglicherweise verrückt zu sein und etwas daraus zu machen”; weitgehend deshalb, weil die allgemeine Öffentlichkeit nicht dafür bereit zu sein scheint, dass eine Frau schreit, schimpft, tratscht, heult, oder sie niederstarrt.

Rant #2: Moriah Evans
Die zweite Audio-Performance ist von Moriah Evans, einer New Yorker Choreografin, die an und mit Formen von Tanz und Performance arbeitet. Ihre Choreografien navigieren utopische und dystopische Potentiale in Choreografie/Tanz/Körper. Meist nähert sie sich dabei Tanz als eine fleischige, matriarchale Form zwischen Minimalismus und Exzess.

Rant #3: Felicia Atkinson
Die dritte Audio-Performance „None of These Two Things“ ist von der bildenden Künstlerin, experimentellen Musikerin und Dichterin Felicia Atkinson. Felicias Arbeit beschäftigt sich mit Themen wie deep listening, Fragmenten, Stille, Lärm und Sprache und ist eine Kombination aus Improvisation und überlagerter Komposition als abstraktes gewebtes Material, bei dem die Stimme auf Elektronik, akustische Instrumente und elektrische Verzerrungen trifft.

Rant #4: Rosaceae
Die vierte Audio-Performance stammt von der Hamburger Künstlerin Rosaceae. Ihre Arbeiten verbinden Video, Performance und Sound und erstrecken sich von Ambient, gelegentlich hartem Noise und Collagen aus Sound Artefakten, die oft auf Lieder, Geschichten und found footage aus dem Kontext des kurdischen Widerstands zurückgehen. Auf diese Weise schaffen sie eine futuristische Form von Widerstandsfähigkeit durch Sound. Im Frühling 2019 veröffentlichte Rosaceae ihre erste EP Nadia’s Escape gefolgt von dem Debutalbum Efia, welches am 26. Juni 2020 auf dem Label Pudel Produkte des Golden Pudel Clubs veröffentlicht wird.

Rant #5: Astrit Ismaili
Die fünfte Audio-Performance stammt von Astrit Ismaili, in Amsterdam lebende*r Performance-Künstler*in aus Pristina, Kosovo. Ihre Arbeit suggeriert Körper, die sowohl aus imaginären als auch aus materiellen Realitäten bestehen, wobei Konzepte des Alter Ego, von Körpererweiterungen und tragbaren Musikinstrumenten verwendet werden, um verschiedene Möglichkeiten des Werdens zu verkörpern. In Astrits Praxis wird der Akt des Singens verwendet, um die Rolle der Stimme in der Popkultur und Identitätspolitik zu untersuchen. Den Kosovo-Krieg mitzuerleben, ein Popstar zu sein und sich als queere Person zu identifizieren, sind Erfahrungen, die ihre Praxis beeinflussen.

 

Team – Konzept & Produktion: Line Spellenberg & Sandra Teitge; Zusätzliche Musik: Kolbeinn Hugi; Grafik: Wiley Hoard

Unterstützt von: Goethe Institut Chicago und District * Schule ohne Zentrum, Berlin