On Illness, Resistance and Modes of Collective (Health) Care

14/10/2021 — 14/11/2021

Grafik: Noël Labridy nach Rest von Sophie Utikal aus der Serie When they returned to their Bodies, they returned home, 2019.

Ferdiansyah Thajib, 2021

Kallia Kefala, MÜDE, 2021. Foto: Kim Bode.

Protest and Desire, Christa Joo Hyun D'Angelo 2019

Discoteca Flaming Star, Alive (Hospital(y)tis), Videostill

Ausstellung mit wachsendem Archiv

Künstler*innen und Beteiligte: Johanna Ackva, Nuray Demir, Discoteca Flaming Star (CGB, Sara Pereira, Sofia Lomba, WM), Eugen Januschke (denkmal PositHIV e.V.), Queer Indonesia Archive, Rully Malay (Waria Crisis Center), Karin Michalski & Ann Cvetkovich, Clara Moenchswald, Kallia Kefala, Todd Lanier Lester (Luv til‘ it hurts), Christa Joo Hyun D’Angelo, Ferdiansyah Thajib, Sophie Utikal, Inga Zimprich (Feministische Gesundheitsrecherchegruppe), u. a.
Kuratiert von Andrea Caroline Keppler in Zusammenarbeit mit Ferdiansyah Thajib, Nino Halka, Johanna Ekenhorst und Nuray Demir

14. Oktober bis 14. November 2021
Sanfte Eröffnung mit Essen und Bar: 14. Oktober, 17-21 h
Öffnungszeiten:
dienstags, 12-16 h
donnerstags, 15-19 h
und ab 29. Oktober, freitags,  15-19 h sowie zu den Veranstaltungen

COVID: Um unsere Zusammenkünfte während der aktuellen Corona-Pandemie so sicher wie möglich zu gestalten, bitten wir alle, mit einem negativen Covid-Test zu kommen (oder einen Schnelltest vor Ort zu machen) und sowie eine FFP2-Masken zu tragen. Eine Teststation befindet sich in der Nähe.

ZUGANG: Wir arbeiten daran, District barriereärmer zu gestalten. Für die laufenden Veranstaltungen sind eine rollstuhlgerechte Rampe und eine Dixi-Toilette installiert. Bei Bedarf und Voranmeldung ist eine Begleitperson vor Ort. Für den Hin- und Rückweg gibt es die Möglichkeit, hier einen kostenlosen BVG-Begleitservice zu bestellen.
Für weitere Informationen und eine Voranmeldung schreibt an: ak@district-berlin.com

Kinder sind willkommen.

Der Zugang zu Ausstellung und Programm ist kostenfrei.

 

(…)
I is for impasse.
I steht für Sackgasse. Ich fühle mich oft als steckte ich fest
oder als wüsste ich nicht mehr, was tun.
Sackgassen sind nicht immer eine schlechte Sache.
Manchmal ist es wichtig, in dem Raum des Nicht-weiter-Wissens, zu verweilen.
(…)
P is also for Public Feelings.
(…) Unser Ziel ist es, für Gefühle als eine gemeinsame
Erfahrung, anstatt als einer privaten oder individuellen Erfahrung, aufmerksam zu sein.
Wir träumen davon, unsere Gefühle miteinander zu
teilen, um uns ein bisschen weniger einsam und dafür in der Öffentlichkeit
präsenter zu fühlen.

– Ann Cvetkovich & Karin Michalski: The Alphabet of Feeling Bad, 2012

Unsere persönlichen Geschichten sind eng mit Erfahrungen von Erschöpfung, Krisen, Krankheit, Verlust, Verletzung und Ausgrenzung verbunden. Diese gelebten und verkörperten Erfahrungen und die damit verbundenen Gefühle ähneln sich stetig transformierenden Landschaften – und die Suche nach Formen des Umgangs mit ihnen ist durchzogen von einem fortwährenden Ringen und Scheitern. Diese vielgestaltigen Gefühle möchten wir als etwas Geteiltes sichtbar(er) machen.
Dazu versammeln wir in der Ausstellung und dem Archiv, künstlerische und aktivistische Positionen, die alternative Formen und Beziehungsweisen der Selbstfürsorge, des Füreinander- und Miteinandersorgens vorschlagen oder praktizieren. Die Ausstellung gibt erste, fragmentarische Einblicke in die aktuellen Rechercheprozesse. Es werden (auto)biografische Archive geöffnet, persönliche und kollektive Erfahrungen erinnert, als Wissen geteilt und ausgetauscht. Das wachsende Archiv beherbergt die audio-visuelle Gesprächsreihe Intimate Talks, Spuren der performativen Veranstaltungsreihe sowie Dokumente und Recherchematerialien.
Die 4 Themenfelder #1 (Bad) Feelings / (Schlechte) Gefühle, #2 Collective Kinship and Care / Kollektive Zugehörigkeit und Fürsorge, #3 Solidary and Self-organised (Health) Care / Solidarische und selbstorganisierte (Gesundheits)versorgung und #4 Memory and Care Activism / Erinnerungs- und Care-Aktivismus sind ein Versuch, sich den darin verwobenen Konstellationen und Verschränkungen anzunähern.

Ausgangspunkt für #1(Bad) Feelings / (Schlechte) Gefühle ist die Arbeit von Karin Michalski The Alphabet of Feeling Bad (2012), in der Ann Cvetkovich Begriffe von A bis Z wie Depression, aber auch alltägliche negative Gefühle, wie die Vorstellung, in einer Sackgasse zu stecken, überfordert zu sein oder nicht zu genügen, erläutert, neu interpretiert und vorschlägt, wie diese als „public feelings“ kollektiv gefühlt und im Kontext neoliberaler Arbeitsverhältnisse, von Homophobie und Rassismus politisiert werden können.
In #2 Collective Kinship and Care / Kollektive Zugehörigkeit und Fürsorge möchten wir der Frage nachgehen, welche alternativen künstlerischen Formen der kollektiven Fürsorgemodelle es gibt, die nicht allein auf der biologischen Familie und des sogenannten Pflege- und Gesundheitssystems beruhen.
Im Cluster #3 Solidary and Self-organised (Health) Care / Solidarische und selbstorganisierte (Gesundheits)versorgung widmen wir uns selbstorganisierten Praktiken und Infrastrukturen der Solidarität im Feld Gesundheit, während wir in #4 Memory and Care Activism / Erinnerungs- und Care-Aktivismus vor allem untersuchen wollen, wie die Erinnerung an Geschichten und fortlaufende Kämpfe kollektiver Organisierung im Bereich des HIV/AIDS-Aktivismus uns helfen kann, gegenwärtige Erfahrungen und Strukturen in der Gesundheitsversorgung weiterzudenken.

Weitere Informationen zum Projekt und Programm hier.

Mit freundlicher Unterstützung der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.