Wissen über Brücken – Conocimiento sobre puentes

14/09/2019 — 31/03/2020

Verena Melgarejo Weinandt Interfaces_Entretelas I, 2017 © Verena Melgarejo Weinandt

Relating to Gloria E. Anzaldúa in Words, Vision and Context

Übersetzungsprojekt mit Veranstaltungsreihe

von Verena Melgarejo Weinandt, District * Schule ohne Zentrum in Kooperation mit dem sonntagsbureau in der Amerika-Gendenkbibliothek Berlin dem Verlag Zaglossus

Das Projekt Wissen über Brücken – Conocimiento sobre puentes beginnt mit der Übersetzung von Gloria E. Anzaldúas bekanntestem Werk Borderlands/La Frontera. The New Mestiza (1987) ins Deutsche. GLORIA E. ANZALDÚA (1942 – 2004) war selbsternannte »Chicana, tejana, aus der Arbeiterklasse, dyke-feministische Dichterin, Autorin-Theoretikerin«. Ihr Buch Borderlands/La Frontera verschiebt und verkompliziert die Auffassung dessen, was als Grenze gilt. Basierend auf der Geschichte der mexikanisch-US-amerikanischen Grenze wird eine geographische Definition erweitert und als gewaltvoller, aber auch als potentiell transformierender Raum präsentiert, in welchem Gegensätze, Unterschiede und Paradoxien gemeinsam existieren, kollidieren und Veränderung ermöglichen. Der mit Cherríe Moraga herausgebrachte Sammelband This Bridge Called My Back. Writings by Radical Women of Color (1981) ist ein Grundlagenwerk für eine Genealogie der Kämpfe und Repräsentationen von Frauen of Color in den USA und konzeptualisiert Queerness intersektionell, lange bevor diese Forschungsgegenstand der Universitäten wurde.

Wissen über Brücken – Conocimiento sobre puentes ist ein kollektives Übersetzungsprojekt, das den sprachlichen Übersetzungsprozess erweitert und danach fragt, was dieser aktuell für den deutschsprachigen Kontext bedeuten kann. Warum ist diese Übersetzung politisch, künstlerisch, spirituell relevant und notwendig? Wie haben marginalisierte Stimmen und Positionen Anzaldúa im deutschsprachigen Raum rezipiert und für ihre Verbreitung gekämpft? Anzaldúas Wissensproduktion basiert auf gelebter Erfahrung, auf Wissen, dass in und aus der chicana Community entsteht, Wissen, dass nicht institutionell verankert ist. Welches Wissen kann lokal mit Hilfe von Anzaldúas „Werkzeugen“ sichtbar und verortet werden?
Zu welchem Wissen und Positionen lassen sich von Anzaldúa ausgehend Brücken bauen?

Diese Übersetzungsarbeiten werden in einer Reihe von Veranstaltungen bei District und im Rahmen der Aktion offener Sonntag des sonntagsbureaus in der Amerika-Gedenkbibliothek Berlin in Form von Workshops, Vorträgen, Lesungen, und Performances präsentiert. Aus diesen und anderen Beiträgen entsteht eine weitere Publikation, die in einer abschließenden Ausstellung präsentiert wird.

Mit freundlicher Unterstützung der Senatskanzlei von Berlin – Kulturelle Angelegenheiten.